7 Wochen ohne Zucker, Allgemein
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No sweets for my sweets: Fastenzeit für Kinder

Wie ich mit meinen Jungs über mein Vorhaben „7 Wochen ohne Zucker“ sprach, der eine Feuer und Flamme war und der andere nur eine Frage hatte …

Kinder eis

Unsere Kinder lieben Eis – versuchen aber bis Ostern ohne auszukommen

Für mich habe ich beschlossen, dieses Jahr in der Fastenzeit sieben Wochen auf Zucker zu verzichten (steht hier). Inwieweit das Projekt auch meine Kinder betreffen sollte, hatte ich mir auch am Aschermittwoch noch nicht so wirklich überlegt. Sollten sie auch auf Süßigkeiten verzichten? Würde ich in den nächsten Wochen keinen Fruchtjoghurt mehr für sie einkaufen? Am besten frage ich sie einfach selbst.

Als ich mit dem Hamburger Jung (6) zur Kita lief, um unseren Knirps (4) abzuholen, schien mir der Moment günstig.

„Du Jung?!“

„Ja?!“

„Ich hab dir doch erzählt, dass die Menschen Karneval feiern, weil danach die Fastenzeit beginnt.“

„Ja.“

„Nunja, und ich habe mir überlegt, dass ich dieses Jahr auch fasten will. Ich will 7 Wochen lang keine Süßigkeiten essen.“

„Aha.“

„Das bedeutet, dass ich bis Ostern nichts essen will, was mit Zucker süß gemacht wurde. Also keine Schokolade, aber auch keine Marmelade, keinen Kuchen und keine Croissants. Jeden Sonntag darf man allerdings eine Ausnahme machen, und doch etwas Süßes essen.“

„Dann ist es ja nicht ganz so schwierig,“

„Stimmt. Willst du vielleicht auch mitmachen?“

„Auja!“

Huch, das war ja einfach!

Huch, das war ja einfach, denke ich verdutzt. Im folgenden machen wir noch lange Listen. Erst zählen wir abwechselnd Lebensmittel auf, die Zucker enthalten.

„Schokolade, Gummibärchen, Milchbrötchen, Eis, Schoko-Eis, Bananen-Eis, Schlumpf-Eis, Kuchen, Zitronenkuchen …“

Dann wenden wir uns erfreulicheren Dingen zu. Welche Dinge sind süß, süß aber nicht mit weißem Zucker süß gemacht?! Welche Dinge dürfen wir also auch in der Fastenzeit essen?

„Äpfel, Bananen, Rosinen, Apfelringe, getrocknete Aprikosen, Joghurt mit echtem Obst.“

Prinzip verstanden, stimmt genau! 

Wir erreichen die Kita des Hamburger Knirps. Noch in der Garderobe redete der Jung begeistert wie erklärend auf ihn ein. Er wissen, doch, dass jetzt Fastenzeit ist. Und dass Mama bis Ostern keine Süßigkeiten essen will. „Keine Schokolade, keine Gummibärchen, kein Zitronenkuchen.“ Auf dem Weg zum Spielplatz geht es weiter. Aber es gebe ja auch andere leckere Dinge, die man trotzdem essen darf. Apfelringe zum Beispiel. Die seien doch lecker. „Und immer Sonntags, ja Sonntags, darf man auch eine Ausnahme machen.“ Der Vortrag des Hamburger Jung dauert und dauert, der Knirps hört nur zu. Keine Ahnung, was von den ausschweifenden Erklärungen wirklich bei ihm ankommt.

„Machst du auch mit?“

Am Ende macht der große Bruder eine bedeutungsvolle Pause. „Und ich mache mit! Uns esse Ostern mit Mama ein riesiges eis in der Eisdiele. Wenn du auch mitmachst, bekommst du auch ein ganz großes Eis. Machst du mit?“

Der Knrips schweigt noch ein bisschen. Er überlegt. Dann sagt er:

„Ist heute Sonntag?“

 

P.S. Das Ergebnis: Zuckerfrei mit Ausnahmen

Tatsächlich fasten jetzt beide Kinder mit. Zuhause gibt es für sie – außer am Sonntag – keine Süßigkeiten. Auch beim Bäcker kaufen wir jetzt die eher gesunden Brötchen und ich habe entschieden, keine Fruchtjoghurt für die nächsten sieben Wochen einzukaufen. Einfach so, um auch den Kindern zu zeigen, dass man Joghurt auch anders zubereiten kann. Vielleicht merken sie nach sieben Wochen sogar, dass der fertige Joghurt ganz schön dolle süß ist, sogar der Bio-Joghurt, den wir immer kaufen.

Allerdings habe ich beiden Jungs gesagt, dass mitfasten für sie bedeutet, nur zuhause mit zu fasten. Während unseres wunderschönen Kurzurlaubs im Dorfhotel Fleesensee, haben wir kurzerhand alle Reisetage zum Sonntag erklärt. So durften die Jungs bei Pfannkuchen und Eis am Buffet bedenkenlos zuschlagen. Auch wenn es in der Schule oder bei Freunden Süßigkeiten oder Kuchen gibt, dürfen sie essen. Diesen Verlockungen zu widerstehen, fände ich für sie zu schwierig.

Der Jung hat beteuert, dass er das gar nicht will (hat es allerdings schon am Folgetag aus Versehen die Gummibärchen in der Schule gegessen). Der Knirps besucht eine zuckerfreie Kita. Er hofft auf den nächsten Kindergeburtstag.

3 Kommentare

    • Ute Vaut
      Ute Vaut sagt

      Liebe Tina,
      das stimmt schon. Andererseits ist es ein bisschen fies ja doch. Weil eigentlich beide bei dem Zeitraum „7 Wochen“ noch nicht so recht einschätzen konnten, worauf sie sich wirklich einlassen. Andererseits: Dadurch, dass sie bei Freunden und in der Schule zugreifen dürfen wie sie mögen – und Sonntags Ausnahmen sogar zuhause erlaubt sind, ist es so schwierig dann ja doch nicht. Sie schlagen sich wacker 🙂
      LG, Ute

  1. Pingback: Im Zucker-Blues - Ahoikinder

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