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Tagebuch einer Kita-Eingewöhnung, Teil 3

Der Start ins Kita-Leben ist eine gute erste Übung in Sachen Loslassen. Lest heute Teil 3 unserer Kita-Eingewöhnung.

Kita-Eingewöhnung Berlinder Modell Krippe

Mit anderen Kindern macht das Kneten noch mehr Spaß: Tagebuch einer Kita-Eingewöhnung. Teil 3. (Foto: Adobe Stock)

Tag 6: Auf Krawall gebürstet

Montag. Der Tag nach dem Wochenende. Wir widerholen das Programm vom Freitag. Zur Erinnerung. Trennung nach dem Kindertreff. Erst zum Mittagessen soll ich wiederkommen.

Die Deern ist heute auf Krawall gebürstet. Als wir die Kita betreten, läuft sie zielstrebig ins Bad. Händewaschen in den kleinen Waschbecken auf Kinderhöhe. Das findet sie großartig. Und will gar nicht mehr weg. Irgendwann gelingt es mir doch, sie halbwegs friedlich hinaus zu lotsen. Wir kommen bis in den Flur. Die Deern stoppt vor dem Gruppenraum. Sie spielt jetzt hingebungsvoll mit den Wandspielen im Flur.

Im Gruppenraum liest S. mit den Kindern ein Buch. Sie schafft es, die Deern zu sich zu locken. Haleluljah.

Dann Frühstück. Es gibt Knäckebrot mit Käse. Da greift die Deern gerne zu. Und isst. Den Käse. Dann will sie sich ein neues Brot nehmen. Sowas geht vielleicht zuhause, in der Kita aber nicht. „Deern, Du musst erst das Brot essen. Dann gibt es ein neues Stück.“ Brot? Ich? Ich, bin eine Prinzessin. Hallo?! Das zumindest scheint unsere Jüngste zu denken. Sie schleudert das Brot auf die Erde. Und das Teller hinterher. Huch!

Im Kindertreff streichelt sie M. gönnerhaft den Kopf. M. ist das einzige Kind, was noch jünger ist als sie. Dem Geburtstagskind J. reißt sie die Krone vom Kopf. 

Da bin ich doch fast froh, mich zur Spielzeit verabschieden zu können. Die Deern bleibt mit den anderen Kindern und den Pädagogen im Garten.  

Zuhause sortiere ich mittlerweile Babyklamotten für den Flohmarkt. Was für ein schlechtes Timing. Schwer geknickt darüber, dass nun auch mein drittes und wohl letztes Baby groß wird, mache ich mich wieder auf den Weg in die Kita.

Die Deern sitzt am Mittagstisch und wartet. Sie wartet ganz sehnlich. Aber nicht auf mich. Sondern auf die Nudeln. 

Tag 7: Ein letztes Weinen. Dann ist Ruhe.

Seit 6.00 Uhr ist die Deern wach und entsprechend dünnhäutig. In der Kita läuft sie erneut zielstrebig ins Bad. Ich übe mich in Geduld. 

Heute sollen wir uns bereits vor dem Frühstück trennen. Zum Mittagessen, um 11.00 Uhr, soll ich wieder kommen. 

Als ich mich im Raum verabschiede, ist die Deern nicht so abgelenkt wie an den Tagen zuvor im Garten. Sie weint. S. nimmt sie auf den Arm. Ich muss durch 1,5 Meter Flur gehen, bevor ich in der Garderobe ankomme. Ich lausche. Ein letztes Weinen. Dann ist Ruhe.

Zuhause sortiere ich weiter die Flohmarktkisten. Die Deern soll wieder ein Baby sein!

Als ich um 10.50 Uhr zurück in die Kita komme, spielt eine Pädagogin auf der Gitarre zum Bibabutzemann. Die Kinder tanzen. Die Deern sitzt auf dem Schoß von S. Sie hat ein Buch ausgesucht, dass so groß ist wie sie selbst. S. blättert mit ihr darin. 

Als die Deern mich sieht, möchte sie auf meinen Schoß. Umständlich macht sie es sich bequem. Dann hebt sie die Hände zum Bibabutzemann,

Zum Mittagessen gibt es heute Kartoffelgratin. Die Deern trinkt jetzt schon nicht mehr aus der Nuckelflasche, sondern aus einem Becher. Das Gratin isst sie mit einem Löffel und den Fingern. Nach dem Essen wischt sie sich hingebungsvoll den Mund ab. 

S. bringt uns zur Tür.

Zuhause schläft die Deern zwei Stunden. 

Tag 8: Sie sagt Aua. Statt Eia. 

Heute erwacht die Deern fröhlich. Lautes Glucksen und Kichern. Als ich ins Kinderzimmer schaue, sitzt sie mit ihrem Bruder ihm Hochbett,

In der Kita rennt sie S. fast über den Haufen. S. will der Deern Guten Mogen sagen. Die Deern will ins Bad.

Im Raum bauen die Erzieher mit den Kindern einen Bus aus Stühlen. Dazu singen sie. „Die Türen vom Bus gehen auf und zu …“

Die Deern holt wieder das große Buch und zeigt es S. Ich muss mich bald verabschieden. Heute soll ich erst nach dem Mittagessen wieder kommen. 

Um 11.15 Uhr hole ich die Deern ab. Sie isst noch. Mama. Mama. Ruft sie. Sie möchte auf meinen Schoß. Ich überrede sie noch ein bisschen weiter zu essen. Sie verdrückt noch ein vegetarisches Schnitzel und vier Broccoli Röschen.

Die Deern ist fröhlich. Sie streichelt mich. Sie sagt Aua. Statt Eia. 

S. hat sie heute gewickelt,. Alles war gut.

Dann darf sie auf meinen Schoß. Ob sie noch Nachtisch möchte, fragt S. Nein, will sie nicht. Sie schüttelt energisch ihr kleines Köpfchen. Die blonden Haare fliegen.

S. verabschiedet uns. Morgen soll die Deern zum ersten Mal Mittagsschlaf in der Kita machen. Wir sind beide schon ein bisschen aufgeregt. Die Deern ist es nicht. 

 

Ihr wollt wissen, wie die Deern den ersten Mittagsschlaf meistert? Und nach zwei Wochen ganz allein in der Kita bleibt? Dann lest den letzten Teil unserer Kita-Eingewöhnung. Ab Freitag, 15.12.17 im Blog.

Was zuvor geschah?

Teil 1: Vom ersten Besuch bis zur herzerwärmenden Fürsorge von 3-Jährigen 
Teil 2: Von der ersten Trennung  

 

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