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Tagebuch einer Kita-Eingewöhnung, Teil 2

Unsere Jüngste war 15 Monate alt, als die Kita-Eingewöhnung begann. Hier kommt unser Tagebuch dieser spannenden Zeit. Teil 2.

Kita-Eingewöhnung Kita Krippe Kindergarten Luftballons

Bunt und lustig geht es in der Kita zu. Also, liebe Eltern: Kein Grund sich vor der Eingewöhnung zu fürchten! (Bild: Adobe Stockphoto) 

Tag 4: Die erste Trennung

Heute geht es gleich zwei Schritte voran. Während der Spielzeit im Garten soll ich mich verabschieden und für 30 Minuten fortbleiben. Und: Heute bleiben wir bis zum Mittagessen.

Aber fangen wir mit dem Morgen an. Garderobe. Ausziehen. Hausschuhe an. Und rein. S. liegt mit einigen Kindern ein Buch. Zwei Jungs bauen aus großen Bausteine einen Turm. Ein Mädchen läuft mit einer Puppe umher. Der kleine J. spielt wieder, dass er mich mit Tomatensauce bekleckert. Die Hamburger Deern gesellt sich zu S. und dem Bilderbuch. Ein Lied beendet jeden Morgen die Spielzeit und läutet die Aufräumzeit ein. Zwölf Ein- bis Drei-Jährige wuseln durch den Raum und legen Spielzeuge sorgsam in Kisten. Können die auch mal zu uns nach Hause kommen?

Dann Frühstück.  Der Tisch ist heute besonders schön gedeckt. Ein Kind hat Geburtstag und auf dem Tisch stehen nicht nur Geburtstagskerzen, sondern es liegen dort auch Servietten für jedes Kind. Ahh. Uiih. Die Kinder merken das sofort. Das ist etwas Besonderes. Das Geburtstagskind kippt seinen Becher um. Das Wasser ergießt sich über die Serviette von L. Pädagogin S. muss die Serviette austauschen. L. weint. S. nimmt sich die Zeit und lässt L. fühlen. Die Serviette ist nass. Wirklich. 

Nach dem Essen bekommen alle Kinder einen Waschlappen, um sich den Mund abzuwaschen. Die Deern hat das an den vorherigen Tagen oft genug gesehen, um jetzt sofort nachahmen zu können. Sie hält sich den Waschlappen vor das gespitzte Mündchen und schüttelt energisch den Kopf.

Kindertreff mit Feuerwehr-Lied. Auch meinem Schoß. Der kleine J. und meine Deern. Wobei J. sitzen bleibt, während die Deern 27 Mal aufspringt, zum Vorhang rennt, raus schaut und lacht.

Spielzeit im Garten. Wie verabredet verabschiede ich mich zügig sobald die Hamburger Deern in der Sandkiste angekommen ist. Sie schenkt meinem Weggang keine weitere Beachtung.

Ich also nach Hause. Allein. Ohne meine Deern. Und fühle mich unvollständig. Frühstückstisch abräumen. Ein Kaffee. Und wieder los.

Als ich zurückkomme, spielen die Kinder immer noch im Garten. Die Deern steht mir drei anderen Kindern bei S. Sie suchen Schnecken in einem Gebüsch. 

Ein bisschen habe sie mich gesucht, aber als S. sie auf den Arm genomenn habe. sei alles gut gewesen, berichtet S. Sie zeigt mir Fotos. Die Deern in der Sandkiste. Die Deern auf der Schaukel. Und das alles ohne mich.

Jetzt aber will die Deern auf meinen Arm. Müde sieht sie aus. Zwei Finger stecken im Mund. 

Nach der Spielzeit gehen wir wieder in die Kita. Heute darf auch die Deern wie die anderen Kinder ins Bad, um die Hände zu waschen. Denn heute bleiben wir zum ersten Mal zum Mittag essen. Mit Mühe und not überzeuge ich sie davon, dennoch erst die Schuhe und die Jacke auszuziehen. Händewaschen ist toll!

Danach Mittagessen. Die Deern wendet sich unruhig in ihrem Bügelstuhl. Sie sieht aus als würde sie gleich einschlafen. Ich setze mich hinter sie und streichle sie ein bisschen. Ich weiß, wenn das Essen kommt, wird ihre Stimmung noch einmal umschlagen. So ist es auch. Als der Essenwagen reingeschoben wird, weicht die Winderei einer gespannten Aufmerksamkeit. Reis und Gemüsecurry werden auf ihren Teller gefüllt. Die Deern schlägt begeistert zu. Aia Aia. Bis es endlich Nachschlag gibt. 

Nach dem Essen werden die anderen Kinder langsam für den Mittagsschlaf umgezogen. Die Deern und ich verabschieden uns. Tschüß, bis morgen!    

Tag 5: Wer braucht eine Mama, wenn er Kartoffelbrei und Fischstäbchen haben kann?

Unser fünfter Kita-Tag. Die erste Woche ist fast geschafft. Als wir morgens in die Garderobe kommen, kommt auch S. aus dem Gruppenraum um die Deern zu begrüßen. Ich muss die Deern wickeln. S gesellt sich zu uns, damit die junge Dame es nicht zu seltsam findet, wenn eines Tages S. sie wickeln wird. Während ich die Windeln wechsel, spricht S. leise mit ihr. Die Deern hört aufmerksam zu.

Frühstück. Heute schon wieder mit Geburtstagskind. Das Mädchen L. wird 3. Umständlich läuft sie um den Tisch herum und verteilt Käsespieße mit Weintrauben. Kinder und Pädagogen singen ein Geburtstagslied. L. sitzt vor Kopf des Tisches und trägt eine Geburtstagskrone. Sie sieht mächtig stolz aus.

Im Kindertreff wird heute nicht nur Geburtstag, sondern auch der Abschied von R. gefeiert. R. ist knapp 2 und zieht in einen anderen Teil der Stadt. Dass er morgen nicht mehr wiederkommen wird, scheint keines der Kinder so wirklich zu verstehen. Auch nicht Rufus selbst. Ein herzergreifendes Abschiedslied gibt es dennoch. 

Im Kindertreff schnappt sich die Deern Handpuppe Kate, um stupst damit einigen Kindern auf den Kopf. Ich wundere mich, wie gut sie das beobachtet hat. Jeden Morgen hat ein Kind mit der Handpuppe die Kinder am Kopf gezählt.  

Mit Beginn der Gartenspielzeit verabschiede ich mich. Heute für eine Stunde.

Als ich zurückkomme, sitzen die Kinder bereits am Mittagstisch. Die Deern sieht aus als würde sie gleich im Sitzen einschlafen. Um mein Wieder-Auftauchen mein sie kein großes Aufheben. Sie hat endlich Kartoffelbrei und Fischstäbchen bekommen, das zählt.

Zuhause schläft sie von 11:50 Uhr bis 14:20 Uhr. So eine Kita-Eingewöhnung ist doch sehr aufregend. 

Wollt ihr lesen, wie es weitergeht? In einer Woche, am Montag, den 11. Dezember erscheint der dritte Teil unserer Kita-Eingewöhnung. 

Ihr wollt wissen, was zuvor geschah? Dann lest Teil 1 unserer Kita-Eingewöhnung!

 

4 Kommentare

  1. Kathrin sagt

    Liebe Ute,

    das ist so niedlich! Danke für den privaten Einblick! Ich kann total gut nachvollziehen, wie du dich gefühlt hast. Das erste Mal ohne Baby. Ich bin vor fünf Monaten wieder in den Job. Mein Mann hat die Eingewöhnung gemacht. Es hat sich angefühlt, als hätte ich ein Körperteil zuhause gelassen. Aber mittlerweile gehts! Und unsere Kleine liebt die Kita. Zumindest meistens.

    Viele Grüße
    Kathrin

  2. Hallo nach Hamburg!
    Nach allem was du schreibst, klingt es für mich aber auch so, als hättet Ihr einen echten Glücksgriff mit Eurem Kindergarten gemacht. Ich habe (leider) auch schon ganz anderes erleben müssen. Jetzt – nach 3 Kigas haben wir endlich was ordentliches gefunden!
    Viele Grüße, Rita

    • Ute Vaut
      Ute Vaut sagt

      Liebe Rita,
      ja, wir haben tatsächlich eine wunderbare Kita! Mit wunderbaren Mitarbeitern. (Und natürlich wunderbaren Kindern 😉 Ich hoffe, dass es mehr davon gibt!
      Blöd, dass ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt. Gut, dass ihr immerhin die Wahl hattet! Und jetzt zufrieden seid. Das ist sehr, sehr wichtig – für die ganze Familie.
      Lieben Gruß
      Ute

  3. Pingback: Tagebuch einer Kita-Eingewöhnung, Teil 3 - Ahoikinder

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