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Faszination Miniaturwunderland

Also ganz ehrlich? Ich dachte immer das Miniaturwunderland in Hamburg sei etwas für Technikverliebte, für große Jungs, die immer noch von einer Modelleisenbahn träumen, für Leute, die keine Freude an „echter“ Kunst und Kultur haben. Aber. Weit gefehlt!Das Miniaturwunderland macht richtig Spaß! Kleinen Kindern, großen Kindern und Erwachsenen sowieso!

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Im Miniaturwunderland wird es auch Nacht … hier über dem Dammtorbahnhof.

Im Grunde sind wir alle Entdecker. Alle, die wir hier durch die Ausstellungsräume wandeln. Alle, dir wir hier immer wieder eine neue Lücke am Geländer zur großen Welt suchen. Unsere Augen wandern über den Grand Canyon, über die Schweiz, Italien, Skandinavien, über den Harz und natürlich über ganz Hamburg. Das HSV-Stadion ist da, Hagenbecks Tierpark, die Speicherstadt, der Dammtorbahnhof, der Hamburger Dom, die Elbphilharmonie mit ihrem geschwungen Dach und, und, und …

„Schau mal hier“ und „guck mal da“, diese Ausrufe hört man hier ständig. Mal zum Begleiter nebenan geraunt, mal über die  Mini-Welten von Besucher zu Besucher gerufen. „Schau mal hier: im Bergwerk hat sich ein Drache versteckt!“, „Hast Du schon die Skifahrer gesehen, die da hinten über die Piste fahren?“, „In der Speicherstadt brennt es, die Feuerwehr ist zum Löschen angerückt.“, „Die Menschen auf dem Dom essen ja Zuckerwatte.“, „Und hier – hehe – in dem Büroturm verneigen sich die Menschen vor einem Kaffeeautomaten.“

Mit einem Knopfdruck die ganze Welt bewegen

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Es gibt viel zu tun – das lieben Kinder.

Neben, den vielen Details, die es im Miniaturwunderland zu entdecken gibt, gibt es vor allem viel zu tun. Überall an den Geländern sind kleine Knöpfe. Wer sie drückt, bringt die kleine Welt in Bewegung. Ein Heißluftballon fliegt in die Höhe, Menschen tanzen. Auf Knopfdruck fällt ein Tor für den HSV und die Menschen jubeln (ach, wenn es nur immer so einfach wäre …).  Auf Knopfdruck öffnet sich auch die Elbphilharmonie. Wir sehen den großen Saal, das Orchester, das Publikum in den bienenwabenartigen Rängen. Der Dirigent schwingt den Taktstock und es ertönt – zur großen Begeisterung meiner Jungs – eine Melodie von Peter und der Wolf.

Mit einem einfachen Drücken ganze Welten zu bewegen, finden Kinder natürlich toll. Aber auch ich freue mich wie ein Kind daran. Der Überraschungseffekt, wo gleich, was geschieht, die Details und dass das alles überhaupt möglich ist – so winzig klein. Das beeindruckt uns mit 4, 40 und wahrscheinlich auch mit 84 Jahren.  Beispielsweise 109.00 Arbeitsstunden hat es gedauert, um den großen Abschnitt Hamburg zu erbauen. 50.000 Figuren machen dieses Hamburg lebendig, 13 Monate wurde daran gebaut. Das sieht und fühlt man!

Highlights der Ausstellung

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Blick auf den Hamburger Michel

Für Kinder ist ein Highlight der Ausstellung sicherlich die Schokoladenfabrik in der Schweiz. Auf Knopfdruck beginnen die Bänder im gläsernen Fabrikgebäude zu laufen. Kleine Lindt-Schokoladentäfelchen werden vor unseren Augen verpackt und in die kleine Entnahmestation direkt vor uns befördert. Von dort wandern sie zuverlässig weiter – in Kinderhand und Kindermund.

Weitere Highlights sind der Versuv in Italien, der vor unseren Augen ausbricht. Besonders eindrucksvoll ist das bei Nacht, denn im Miniaturwunderland, dämmert es regelmäßig. Alle 15 Minuten wird es dunkel, die LEDs tauchen die Mini-Welten in faszinierendes Licht und schließlich wird es wieder taghell.

Wie es sich für einen anständigen Familienblog gehört, habe ich natürlich auch meine Kinder gefragt, was ihnen am Besten gefallen hat.

Das sagt der 6-Jährige: Dass alles so toll nachgebaut war! Das Riesenrad vom Hamburger Dom, die Schweiz, der Flughafen und dass überall Züge fuhren! Die haben hier irgendwie alles miteinander verbunden.

Der 4-Jährige: Die Schokoladenfabrik. Und der Vulkan!

Und das sagt die Mama: Die Details und der Humor der Macher. Denn: Wer genau hinsieht, kann so manchen kleinen Witz entdecken. Viel Spaß dabei!

Infos für Euren Besuch im Miniaturwunderland

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Blick auf die Köhlbrandbrücke. In den Unschärfen des Bildes leider verloren gegangen: Rechts kommen die Cyclassics-Radler …

Gastronomie:

Seit der Eröffnung des Abschnitts Italien im Herbst 2016, ist auch das Self-Service-Restaurant im Miniaturwunderland noch einmal gewachsen. Hier könnt ihr getrost ein Mittagessen einplanen. An unterschiedlichen Kochstationen gibt es Pasta, Salate, Pommes und Co zu erschwinglichen Preisen. Gegessen wird in Waggon-Atmosphäre – ganz nett!

Besuch mit Baby und Kleinkind:

Ein Kinderwagen kann via Fahrstuhl gut in die zwei Ausstellungs-Etagen transportiert werden (lediglich am Eingang gibt es ein paar Stufe zu bewältigen). Um einen Kinderwagen die ganze Zeit mitzuschieben, ist die Ausstellung allerdings zu gut besucht. Ein schlafendes Baby kann in der Nähe immer mal abgestellt werden, ansonsten lieber die Trage nehmen! Wickelmöglichkeiten: Separater Wickelraum, sogar mit Windeln und Feuchttüchern.

Altersempfehlung:

Kinder ab 3 Jahren haben Spaß am Miniaturwunderland. Ganz nett: Kinder unter einem Meter Größe müssen keinen Eintritt zahlen!

Einmal gesehen, für immer erledigt?!

Aber nicht doch. Das Miniaturwunderland wächst von Anfang an nach dem Prinzip der offenen Baustelle. Zuletzt wurde im September 2016 der 190 Quadratmeter große Abschnitt Italien eröffnet. Vorher konnten Besucher sehen, wie an Vesuv und Petersdom geschraubt und geklebt wurde. Venedig soll in diesem Abschnitt noch ergänzt werden. Und dann – irgendwann – will das Miniaturwunderland den Sprung über den Kanal wagen. Ein Abschnitt „England“ soll erbaut werden. Und sowieso gilt: Wer einmal da war, kann unmöglich alles gesehen haben. Viel zu viele Details gibt es hier zu entdecken. Wir waren in den letzten Monaten schon zwei Mal in der Ausstellung und werden bestimmt bald mal wieder gehen ..

Tickets:

Eure Eintrittskarten solltet ihr vorher reservieren, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Das geht direkt auf der Website des Miniaturwunderlands.

In der Nähe …

Ganz klar: Im Miniaturwunderland könnt ihr locker einen ganzen Tag verbringen. Falls ihr doch noch Lust auf etwas frische Luft habt. Fußläufig findet ihr den grandios-großen Hafencity Spielplatz (mit Kaffeeewagen für die Eltern 😉 (hier habe ich über den Hafencity Spielplatz geschrieben) und die Elbphilharmonie. Besucht doch die Plaza (hier habe ich darüber geschrieben) und genießt vorab oder zum Ausklang Eures Hafencity Besuchs einen fantastischen Ausblick über die Stadt. Der eintritt ist kostenlos (für 2 Euro könnt ihr vorab reservieren und könnt ohne Wartezeit hinauffahren)

Eindrücke aus dem Miniaturwunderland

  • Miniatur Wunderland Volkspark Stadion HSV
    Polizeiaufgebot vor dem Volksparkstadion

6 Kommentare

  1. Oh, ja, das Miniaturwunderland steht für unseren nächsten Hamburgbesuch ganz oben auf der Liste. Danke für Deinen lebhaften Bericht! Ich werde nur aufpassen müssen, nicht den falschen Tor-Knopf zu drücken, mein Fußballherz schlägt für den Stadtrivalen ;-)))
    Lieben Gruß, Svenja

  2. Ute Vaut
    Ute Vaut sagt

    Ich wünsche Euch ganz viel Spaß dort! Und hoffe, dass du das Millerntor-Stadion findest 🙂

  3. Yvonne sagt

    Ich bin auch Hamburgerin und war tatsächlich noch nie im Miniaturwunderland. Habe es immer als Touri-Ding abgetan. Aber nach den begeisterten Berichten von Freunden, dämmerte mir bereits, dass sich ein Besuch lohnen könnte. Du hast mich jetzt nochmal erinnert und bestärkt! Habe für den Schulfrei-Tag zu den Halbjahreszeugnissen gleich mal Tickets reserviert. Danke!

    • Ute Vaut
      Ute Vaut sagt

      Toll, das freut mich! Ihr werdet bestimmt Spaß haben! Was für eine gute Idee als kleine Quality-Time-Belohnung zu den Zeugnissen 🙂 Habt Freude und lasst Euch faszinieren!

  4. Pingback: Hamburg mit Kindern: 11 Tipps für Euren Kurzurlaub - Ahoikinder

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