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Klick Kindermuseum Hamburg

Und es hat Klick gemacht! Im Kindermuseum in Osdorf können Kleine richtig viel entdecken und ausprobieren. Ich persönlich fühlte mich bei unserem Besuch heute an einen etwas runtergerockten Jugendtreff erinnert. Aber am Ende zählt natürlich nur, was der Nachwuchs sagt. Und der antwortete auf die Frage, was am Besten gewesen sei, mit einem entschiedenen Alles!!!

 

Kindgerecht wird erklärt, wie früher der Tauschhandel funktionierte. Und wusstet ihr, dass in vielen Gegenden am Meer sogar Muscheln ein Zahlungsmittel waren?

Kindgerecht wird erklärt, wie früher der Tauschhandel funktionierte. Und wusstet ihr, dass in vielen Gegenden am Meer sogar Muscheln ein Zahlungsmittel waren?

Es mag, gemessen an unserer Kultur- und Ausflugsfreudigkeit, verwunderlich anmuten, aber wir waren bis gestern tatsächlich noch nie im Hamburger Kindermuseum Klick. Vermutlich war uns der Weg bisher zu weit gewesen. Vermutlich hat mich auch abgeschreckt, dass das Museum mitten im Osdorfer Born, einer Hamburger Hochhaussiedlung, liegt. Nun aber, am letzten Tag der Weihnachtsferien, schien es mir an der Zeit dieses Kinder-kulturelle-Must-See der Hansestadt endlich einmal selbst zu erkunden. Mit mir reisten an: der Hamburger Jung (6) und der Hamburger Deern (0).

Die Entdeckung des Körpers

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Im Museum erwarten die Kinder unterschiedliche Ausstellungsräume zu unterschiedlichen Themen. Es startet naturwissenschaftlich mit dem Körper. Schon vom Foyer aus sehen wir ein Skelett- ein gelungener Magnet für kleine Museumsbesucher, der sofort – ohne wenn und aber – in die Ausstellung zieht. Der Aufbau diesen ersten Raumes wird typisch sein für alles, was noch folgen wird. Die Kinder erwarten kleine Stationen zum Anschauen, meistens ausprobieren und mitmachen. Da wird hier aufgefordert einen Handstand zu machen und einen Keks zu essen, um zu schauen, ob die Krümelei trotzdem im Bauch landet. Auf einem Fahrrad-Hometrainer können Muskeln trainiert werden. Auf alten Waagen, können kleine und große Menschen in Gewichten aufgewogen werden. Und so weiter und so fort.

Von der großen Wirtschaft bis zum kleinen Kaufmannsladen

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In weiteren Räumen geht es um Wirtschaft und Geld, um Tauschhandel, um Zahlen, sogar schon ein bisschen um die Börse. Kinder können in einer Schwarzlichtkammer Geldscheine auf Echtheit prüfen, Geld selber drucken, äh stempeln und in einem historischen Kaufmannsladen einkaufen – zumindest, wenn sich andere Kinder finden, die die Verkäufer spielen und Salzstangen in kleine Papiertütchen füllen. Auch eine historische Bankfiliale mit allerlei alter Gerätschaft kann entdeckt werden. Ich fühle mich ein bisschen an die Zeit erinnert, als ich selbst hinter einem Bankschalter aus Pappe lag und hingebungsvoll mein Spielgeld zählte. Tatsächlich schlüpfen auch hier die Kinder gern und voller Hingabe in unterschiedliche Berufsrollen. Dabei ist ihnen völlig egal, dass Bankschalter und Supermarkt heute völlig anders aussehen. Umso besser, dass sie dabei noch viel mehr Raum zur Verfügung haben, als ich damals hinter meiner Din-A-3-Pappe im Kinderzimmer

Highlights: Riesen-Mama, Tresor und Waschbrett

Klick Kindermuseum Riesen mama

Rein in Big-Mamas Bauch und fühlen, wie es damals war – als Embryo in Mamas Bauch

Höhepunkt der Ausstellung sind sicherlich ein Tresor, den es zu knacken gilt (wir haben es nur mit etwas Hilfe geschafft). Außerdem eine gefühlt 4-Meter-Mama mit einem frei zugänglichen Bauch, besser gesagt einer frei zugänglichen Gebärmutter, in die Kinder schlüpfen und sich wieder wie Embryos fühlen können. Und die Ausstellung zu Urgroßmutters Alltag – mit Waschbrett und Co. Selten hat man Kinder so engagiert bei der Hausarbeit gesehen wie hier! Auch viele einfache, und dennoch schöne Ideen gibt es hier. Ein Fühl- und Geräusch-Memory zum Beispiel. Und einen Stab, den man aus der Luft auffängt und seine Reaktionsgeschwindigkeit messen kann.

Was mich bei alledem gestört hat: Die Ausstellung ist zum Teil so runtergerockt! Am durchsichtigen Klavier funktionieren nicht alle Tasten. Beim Tischfußball, kann nur noch Spieler Gelb die Tore zählen. Kinder werden aufgefordert im Kopfstand Kekse zu essen, aber die Dose mit Keksen ist leer (und das 30 Minuten nach Museumsöffnung). Und mein Körpergewicht auf der historischen Waage beträgt 4 Kilogramm. Und das sind nur Beispiele. Würde ein Hausmeister durch die Ausstellung gehen, könnte er gefühlt an jeder zweiten Station seinen Schraubenzieher zücken. Und an der anderen mal ein bisschen sauber machen.

Die Kehrseite eine unmusealen Museums

Ist es nicht klar, dass viel kaputt geht und abgeschrabbelt wird, wo Kinder soviel anfassen und ausprobieren können, werdet ihr vielleicht denken. Ja, natürlich ist das klar. Vielleicht ist das die Kehrseite dieses tollen Museums, in dem es überhaupt nicht museal zugeht. Gottseidank nicht museal zugeht. Aber dennoch: Könnte man das nicht etwas besser in Schuss halten? Das denke ich.

Aber was denkt der Hamburger Jung? Der denkt, dass das Museum superspitzenklasse ist. Drei Stunden sind wir von Exponat zu Exponat gesprungen, haben gespielt, getüftelt, ausprobiert und gelacht. Und dabei hätten wir noch weitaus mehr Zeit hier verbringen können, Das Untergeschoss des Museums mussten wir auf ein nächstes Mal verschieben. Und dennoch: 3 Stunden für ein halbes Museum – und das mit Kind. 3 Stunden, die wie im Flug vergangen sind. Denn nach dieser Zeitansage ernte ich vom Hamburg Jung nur ein entsetztes: „Waaaas? Ich dachte das waren 15 Minuten!“

 

P.S. Kleinkindbereich

Übrigens gibt es im Klick Kindermuseum auch einen Kleinkindbereich für Kinder von 0 bis 3 Jahren. Ein Raum zum Krabbeln und Spielen mit kleinen Anregungen für die Eltern, um zu entdecken, was das Kind schon kann und weiß. Ehrlich gesagt schien mir der Rest des Museums nicht so, als wolle ich hier ein Baby alles in den Mund stecken lassen. Und etwas übertrieben fand ich es auch, dass ich für unsere Baby-Deern (7 Monate) Eintritt bezahlen sollte, obwohl mir vollkommen klar war, dass ich sie einfach nur in ihrer Trage durch das Museum schleppen würde. Für etwas größere Babys und Kinder, die mal eine Pause von der Trage brauchen, vielleicht ganz nett!

 

Klick Kindermuseum Hamburg im Überblick

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Wo; Achternborn 127, 22549 Hamburg

Eintritt: Erwachsene und Kinder ab 3: 4,50 Euro, Kleinkinder 0 bis 3 Jahre: 3,50 Euro

Gastronomie: Im Klick Kindermuseum gibt es ein Café mit günstigen kleinen Snacks und Getränken. Hier darf ausdrücklich auch selbst Mitgebrachtes verzehrt werden. Außerdem gibt es neben herrlich bunten Stühlen, Spiele und Bücher zum Zeitvertreib. Sehr sympathisch! 

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2 Kommentare

  1. Jenny sagt

    Danke für deinen Bericht! Wir hatten gerade heute überlegt da mal hinzufahren. Haben uns nun aber doch für etwas anderes entschieden! Da hätte ich mich aber sehr geärgert…

  2. Ute Vaut
    Ute Vaut sagt

    Liebe Jenny,
    Ach, wenn die Kleinen es toll finden, ist es ja auch irgendwie toll. Ein Ärgernis war der Besuch für mich nicht, nur sollte man um diese „Kehrseite“ wissen, wenn man das Museum besucht. Ich glaube Wir werden trotzdem mal wieder hinfahren. Also: wenn euch mal nach halbfunktionierend und leichte Schrabbel-Atmo ist ? Was habt ihr stattdessen Schönes gemacht? lG!

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