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Plaza Elbphilharmonie: die Aussicht der Stadt

Auf 37 Meter Höhe eines 780-Mio.-Euro-Gebäudes – wo ließe sich schöner über Stadt und Elbe blicken als von der Plaza der Elbphilharmonie Hamburg. Wir haben die Aussichts-Tour mit Kindern getestet.

Zwischen Kaispeiecher und gläserner Elbphilharmonie befindet sich die Plaza. Bild: Iwan Baan

Zwischen Kaispeiecher und gläserner Elbphilharmonie befindet sich die Plaza. Bild: Iwan Baan

„Wir fahren eine gaaaanz lange Rolltreppe hoch. Und wir können über die ganze Stadt sehen.“ Ungefähr so versuche ich unserem 3-Jährigen die Tour zur Elbphilharmonie schmackhaft zu machen. „Können wir dann auch unser Haus sehen, Mama?“, fragt er. Ähhja, wir gucken mal, lautet meine ausweichende Antwort. Und noch bevor sich Zweifel unter die frisch aufkeimende kindliche Begeisterung mischen, wickel ich schnell einen Schal um seinen Hals und schiebe ihn zur Haustür hinaus. „Los jetzt!“

Seit 15 Jahren wird an der Elbphilharmonie geplant und gebaut. Das ist fast so lange, wie ich in Hamburg wohne. Als ich in der Hafencity arbeitete, konnte ich das neue Konzerthaus von Tag zu Tag wachsen sehen. Immer montags kam mein Freund S. vorbei, um ein Foto von der Elbphilharmonie zu machen. Er wollte den Baufortschritt des neues Hamburger Wahrzeichen in einer Foto-Serie festhalten. Irgendwann stockte der Bau. Und ich nahm eine neue Stelle im Nordosten der Stadt an. Die anfängliche öffentliche Begeisterung wich der Empörung über explodierende Baukosten. Und zwischenzeitlich fragten wir uns – wie alle Hamburger um uns herum- ob das prächtige Konzerthaus jemals fertig werden würde. Dennoch: Die Faszination für die „Elfi“ blieb. Immer mal wieder statteten wir der Baustelle einen Besuch ab – auch mit den Kindern.

Und jetzt nach vielen, vielen Jahren und zwei Monate vor dem offiziellen Start des Konzertbetriebs gibt es endlich eine Möglichkeit, die Elbphilharmonie von innen zu sehen.

Wahnsinn! Wow! Toll! Die öffentliche Plaza ist eröffnet

Plaza elbphilharmonie hamburg Hafen

Beeindruckend: Der Hamburger Hafen im Spiegel der Elfi

Eine riesig lang Rolltreppe führt in den Bauch der Elbphilharmonie. Sie ist so lang, dass man von unten ihr Ende nicht sehen kann. Die Fahrt soll rund 2,5 Minuten dauern. Blöderweise habe ich vorher nicht darüber nachgedacht, dass wir mit dem Kinderwagen für unsere Baby die Rolltreppe natürlich nicht benutzen können. Der 3-Jährige scheint meine vollmundige Ankündigung vergessen zu haben. Und so schleuse ich ihn schnell an der Wahnsinns-Rolltreppe vorbei zum Fahrstuhl. „Wir fahren jetzt in den achten Stock. Du darfst die 8 drücken.“ „Wow, 8. Stock.“ Der Kleine ist begeistert.

Der Fahrstuhl spuckt uns genau an der Nahtstelle zwischen dem alten Kaispeicher, dem Sockel des Konzerthauses und dem gläsernen Neubau der Elbphilharmonie wieder aus. Wir befinden uns 37 Meter über Hafen und Stadt. Durch gläserne Türen verlassen wir die Elfi gleich wieder, um auf dem Balkon einmal rund um die Elbphilharmonie zu wandeln.

Wir sehen den Michel, den Fernsehturm, das Riesenrad vom Dom. Unser Haus sehen wir nicht. Mit gerade mal vier Stockwerken ist es ja auch nicht besonders hoch und deshalb nicht so gut aus der Ferne zu sehen, versuche ich dem Hamburger Knirps zu erklären. „Oach Menno“, sagt der.  Kurz lässt er sich für Michel & Co begeistern. Dann stellt er fest, was auch einem Redakteur zur Plaza auf Spiegel Online einfiel: „Hier zieht’s, Mir ist kalt.“

„Ach komm, noch ein bisschen“, bettel ich. Lass uns wenigstens einmal rumgehen. Die Stadt, der Hafen, die andere Seite der Elbe, die Hafencity – wir sehen alles. Und wir wissen, dass wir gerade nicht von irgendwo einen Hammer-Ausblick über die Stadt genießen, sondern von der Elbphilharmonie. Von dem neuen Wahrzeichen der Stadt. Von dem faszinierenden Gebäude mit der spektakulär-einmaligen Glas-Fassade.

„Ma-ma“, höre ich es in gewohnter Bettel-Manier in die Länge gezogen, neben mir. „Was denn, mein Schatz?“ „Kannst Du mir die Bremer Stadtmusikanten vorlesen?

Seufz

Also gut. Nun sitzen wir also hier. Auf der Hamburger Elbphilharmonie. Auf einer Bank. Und lesen. Und zwar was? Die Bremer Stadtmusikanten. Die Wahrzeichen zweier Städte begegnen sich.

 

  • Plaza elbphilharmonie
    Blick durch die beeindruckende Glasfassade in den Innenbereich der Plaza

P.S. Im Innenbereich der Plaza erwarten Euch die (noch versperrten) Zugänge zu den Konzertsälen, ein Shop mit Elfi-Merchandising-Artikeln, der Eingang zum Westin-Hotel  und ein Café mit toller Aussicht. Achso, und weil die Hamburger nicht sicher sind, ob die Elbphilharmonie nun wirklich für alle da ist (wie Ole von Beust versprochen hat) oder doch eher ein Kulturhaus für reiche Pfeffersäcke wird: Der Latte Macchiato kostet 3,80 Euro. Das kostet er in Eimsbüttel auch. Fast. 

Eintritt: Der Besuch der öffentlichen Aussichtsplattform „Plaza“ ist kostenlos. Wer sicher gehen will und Schlangen an der Eintrittskasse vermeiden möchte, reserviert sich vorab Tickets für 2 Euro pro Person – online bei der Elbphilharmonie Hamburg oder vor Ort im Besucherzentrum. Wir waren an einem Freitag Vormittag im November da. Die Vorab-Reservierung hätten wir uns sparen können. Am Wochenende oder am späten Nachmittag macht sie aber bestimmt Sinn.

Tipp: Am 29.1. lädt die Elbphilharmonie ein zum großen Familientag. Euch erwartet jede Menge musikalisches Programm schon für die Allerkleinsten ab 0 Jahren und die Entdeckung des neuen Hamburger Wahrzeichens von den Kaistudios bis in den Großen Saal, vom Keller bis hoch auf die Dachterrasse. Der Eintritt ist kostenlos. Ein fach ab 1.12. hier anmelden.

 

 

 

5 Kommentare

  1. Ich möchte mich hier sehr <3 -lich bedanken, habe mir Deinen Tipp mit dem Kartenvorverkauf für den Family Tag gemerkt und hab dann tatsächlich noch Karten bekommen! Oh was freuen wir uns schon!
    Wir <3 Ahoikinder 🙂

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