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Kinderzimmer für Geschwister

Sollten Geschwisterkinder in einem Zimmer schlafen? Ja, finden wir. Warum das so ist, könnt ihr hier nachlesen.

Zu Zweit im Zimmer: Hamburger Jung und Hamburger Knirps

Zu Zweit im Zimmer: Hamburger Jung und Hamburger Knirps

Wenn es um die Frage geht, ob Kinder sich ein Zimmer teilen können, haben Eltern oft sehr unterschiedliche Ansichten. Die einen ziehen nach Geburt des ersten Sprösslings sofort aus der beengten Etagenwohnung in der Stadt ins großzügige Eigenheim im Grünen. Dem Architekten diktieren sie dabei gleich weitere Zimmer für die nächsten ein bis zwei geplanten Kinder in die Zeichenfeder. Die anderen Eltern bleiben – teils aus Bequemlichkeit, teil aus Liebe zum urbanen Leben – in der Stadt und finden, dass doch alle mal ein bisschen zusammenrücken können. Zur letzten Sorte gehören wir.

Nach einer Weile ziehen diese Eltern in größere Wohnungen. Statt zwei  haben sie nun drei oder, wie wir, sogar vier Zimmer. Aber: Der Platz in einer Stadtwohnung mit Mietpreisen, wie Hamburg sie uns zumutet, bleib meistens beengt. So stellt sich früher oder später die Frage: Können wir es unseren Kindern zumuten, sich ein Zimmer zu teilen?

Stadtwohnung Eigenheim im Grünen

Die Frage gemeinsames Zimmer oder nicht ist häufig auch eine Stadt-Land-Frage.

 

Nein, ruft die Fraktion im Eigenheim. Meistens, weil sie selbst als Kinder eigene Zimmer hatten. Oder sich mit den Geschwisterkindern ein Zimmer teilen mussten und das furchtbar blöd fanden.

Ja, rufen die Bewohner der Stadtwohnung, die sich mit den Kindern noch mehr an die Vorzüge des urbanen Lebens gewöhnt haben (KiTa, Schulen, Freizeitmöglichkeiten und Freunde – alles ist fußläufig zu erreichen, und das häufig sogar für Kinderfüße) und die in ihrer Kindheit oft ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Sie haben sich Zimmer mit Geschwistern geteilt und haben diese Nähe sehr genossen. Sie haben eigene Zimmer gehabt, aber fanden nichts schöner als zum großen Bruder ins Bett krabbeln zu dürfen – oder sich über Klopfzeichen an der gemeinsamen Zimmerwand abends Geschichten zu erzählen.

Zwei Geschwister - ein Fahrradanhänger! Aber zwei Geschwister und ein Zimmer?

Zwei Geschwister – ein Fahrradanhänger! Aber zwei Geschwister und ein Zimmer?

Was denn nun? Ein ein gemeinsames Kinderzimmer zumutbar?

Vor kurzem hat Immowelt mir einen Artikel über das gemeinsame Kinderzimmer für Geschwister zugesandt: Eine Psychologin erläutert Vor- und Nachteile des Zusammenlebens von Geschwsitern in einem Zimmer. Sie gibt Tipps für unterschiedliche Altersklassem, unterschiedliche Altersabstände zwischen Geschwistern und weist darauf hin, dass es für gleichgeschlechtliche Paare oft leichter und wertvoller ist, sich ein Zimmer zu teilen, Außerdem gibt es jede Menge Einrichtungstipps, die meinstens darauf abzielen, Rückzugsbereiche im gemeinsamen Zimmer zu schaffen. Wer daran interessiert ist, findet die Tipps für das gemeinsame Geschwisterzimmer bei Immowelt. Für mich war dieser Bericht mal wieder ein Anlass über das gemeinsame Kinderzimmer für Geschwister nachzudenken.

Hamburger Jung und Hamburger Knirps teilen sich ein Zimmer. Sie teilen sich ein Zimmer, obwohl wir sogar noch ein viertes Zimmer übrig hätten. Übrig ist natürlich eigentlich nicht wahr, denn längst ist dieses vierte Zimmer uns lieb gewordenes Gäste-, Arbeits-, Bücher- und Spielzeug-Abstellzimmer geworden. In einer Stadtwohnung ist kein Platz übrig. Aber zurück zum Thema: Die Jungs teilen sich ein Zimmer. Sie sind 5 und fast 3 Jahre alt und haben keine andere Erinnerung als jene, sich dieses Zimmer immer geteilt zu haben. Und das finde ich gut so! Warum?

Vier gute Gründe für ein gemeinsames Kinderzimmer

 

Geschwister

Zu zweit ist es doch viel lustiger!

1. Weil Kinder nachts nich alleine schlafen müssen!
Denn dass niemand gern alleine schläft, wissen wir sowohl von uns selbst als auch von den Babies und Kleinkindern, die zu Mama und Papa ins Bett möchten. Ein Blick auf die allermeisten Kulturen dieser Erde oder ins Tierreich genügt, um festzustellen, dass ein alleine schlafendes Kind etwas absolut ungewöhnliches ist. Eine Angst möchte ich Eltern gerne noch nehmen. Die Angst, dass die Kinder sich gegenseitig wecken. Nicht einmal ist bei uns ein Kinder in der Nacht vom anderen aufgeweckt worden. Erst mit dem gemeinsamen Kinderzimmer und Babygeschrei in der Nacht ist uns klar geworden, wie tief Kinder schlafen!

2. Weil Geschwister ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl entwickeln
In unserer Familie gibt es die Erwachsenen und die Kinder. Die Kinder gehören zusammen. Deshalb teilen sie sich auch ein Zimmer. Ist doch klar! Sie können sich abends im Bett Geschichten erzählen, die Legosteine heimlich unter das Sofa schieben, statt ordentlich im Schrank zu verstauen und gemeinsam beschließen, ob nun die Ritterburg oder das Kasperletheater aufgebaut werden soll.

3. Weil ich es absolut unpraktisch fände, die Spielzeuge der Kinder aufzuteilen.
Die Kasperlefiguren sind in einer Box, die Malsachen in der anderen, die Eisenbahnschienen alle zusammen in der großen Kiste. Die Jungs haben einen gemeinsamen Kleiderschrank, der eine hat seine Klamotten hinter der linken Tür, der andere hinter der rechten. Alles andere würde für uns mehr Kisten, mehr Schränke, mehr Platz bedeuten – und auch mehr Aufsehen darum, wem denn nun eigentlich was gehört.

4. Weil es mehr Rückzugsmöglichkeiten als das eigene Zimmer gibt!
Experten betonen stets, wie wichtig ist, dass Kinder sich auch mal zurückziehen können. Der Hamburger Knirps möchte seine Eisenbahn mit allen Schienen, Weichen, Brücken und Tunnelen aufbauen? Der Hamburger Jung aber in Ruhe ein Hörspiel hören? Dann kann doch der Knirps das Kinderzimmer in Hamburgs Miniaturwunderland verwandeln, während der Jung mit seinem CD-Player ins Elternschlafzimmer zieht. Oder in die Küche. Oder ins Wohnzimmer. Ich kann mich doch auch mit einem Buch in mein Bett verziehen, wenn mir das TV-Programm des Hamburger Papas nicht passt.

Wie lange können unsere Jungs zusammen in einem Zimmer wohnen?

In unserem Fall sind sich die Experten einigermaßen einig. Unsere Kinder sind noch klein, sie gehören dem gleichen Geschlecht an, ihr Altersabstand ist gering, sie haben deshalb ähnliche Spielinteressen und einen ähnlichen Entwicklungsstand. Einem gemeinsamen Zimmer steht also nichts im Wege. Der erste Einschnitt, an dem es neu zu überlegen gilt, ist das Schulalter. Na klar, ein Kind, das in die Schule kommt braucht einen Schreibtisch. Und es braucht auch mal seine Ruhe. Aber auch hier gilt für mich: Es ist für ein kleines Geschwisterkind zumutbar, woanders in der Wohnung zu spielen, wenn der große Bruder Hausaufgaben macht. Es lernt dabei sogar etwas: Nämlich Rücksicht zu nehmen. Eventuell sind wir aber auch ganz schlau, und bringen den Schreibtisch in unserem Gäste-, Arbeits- und Bücherzimmer unter.

Mensch, da wird der Hamburger Jung aber stolz sein, wenn er ein eigenes Arbeitszimmer bekommt! Und froh, weil er trotzdem nicht alleine schlafen muss. Und abends beim aufräumen verkünden kann: Mama!!! Der Hamburger Knirps muss mir helfen, die Legosteine aufzuräumen!!!

Lego

Offenlegung: Dieser Post wurde von immowelt unterstützt. Das ändert nichts daran, dass der Text meiner persönlichen Meinung entspricht.

Und wie ist Eure Meinung zum Thema? Teilen eure Kinder sich ein Zimmer? Oder haben sie jeder ein eigenes Kinderzimmer? Habt Ihr vielleicht sogar schon Erfahrung mit älterern Kindern und gemeinsamen Geschwisterzimmern sammeln können? Ich freue mich über eure Kommentare!

 

8 Kommentare

  1. Miriam sagt

    Liebe Ute,

    auch wenn wir uns gerade für mehr Platz und weniger Urbanität entschieden haben: Du hast recht, Kinder können sich ein Zimmer teilen. Tagsüber zumindest. Nachts bin ich mir da gerade gar nicht mehr sicher (aber das eröffnet vielleicht die Diskussion übers Familienbett?)… Unsere Kinder wecken sich – ab etwa Mitternacht meist beide in unserem Bett liegend – leider durchaus gegenseitig nachts und morgens auf. Und da der Kleine seit der Zeitumstellung gern um 5 Uhr wach ist, die Große aber seit zwei Monaten keinen Mittagsschlaf mehr machen möchte und trotzdem morgens mit aufsteht, ist das für uns alle irgendwie nicht die beste Lösung… Aber vielleicht müssen sie einfach nur noch etwas größer werden, ich hoffe weiter!

    Liebe Grüße
    Miriam

  2. Nazan sagt

    Liebe Ute, interessante Gedanken, danke fürs Teilen! Wir haben ja nun seit Sommer ein Schulkind. Ihm haben wir zum Schulstart einen Schreibtisch und einen tollen Stuhl besorgt. Und wo macht er die Hausaufgaben??? Na, in der Küche Kekse mümmelnd neben seinem kleinen Bruder. Überhaupt sind sie immer zusammen, auch wenn sie sich oft in die Wolle kriegen. Sie könnten eigentlich in ein Zimmer. Aber schwierig wird es abends beim Vorlesen für den Großen. Er möchte Geschichten für große Jungs und das nachdem sein kleiner Bruder eingeschlafen ist. Da freuen wir uns über das eigene Zimmer. Aber neulich hatten sie die Idee, sich nachts abwechselnd ein Schlafzimmer zu teilen. Das finde ich gut. Liebe Grüße und gute Besserung!

    • Ute

      Liebe Nazan,
      ich kann es mir wunderbar vorstellen, wie die beiden nebeneinnader am Küchentich sitzen, und sich ab und an darüber, wer nun welchen Stift haben darf, in die Wolle bekommen 😉 herrlich! Wer getrennte Zimmer hat, kann auf Schlafbesuch vorbeikommen, das stimmt natürlich! Danke für die Genesungswünsche! Ute

  3. Schöner Artikel, habe selber zwei Söhne, aber beide waren super froh als sie mit 6 bzw. 7 Jahren ihr eigenes Zimmer hatten. Schöner Blog by the way!
    vg c.müller

  4. Sehr schöner Artikel. Unsere waren die ersten fünf Jahre zusammen in einem Zimmer. Im letzten Kindergartenjahr merkten wir, dass es ihnen gut tut, dass jeder ein eigenes hat. Mit Eintritt in die Schule hat es sich nur verstärkt. Sie sind jetzt sehr froh, ihren persönlichen Rückzugsort zu haben.

    Liebe Grüße gen alte Heimat,

    Sven

  5. Pingback: Aller guten Dinge sind drei! - Ahoikinder

  6. Sandra sagt

    Hey. Mein Sohn ist 3,5 und meine Tochter ist 1,5 und sie teilen sich seit 1 Jahr ein Zimmer. Wir sind zufrieden mit der Situation-zumal es bei unserer 3-Zimmer-Wohnung auch nicht anders ginge.
    Im worst case schreien sie sich gegenseitig in Rage für ein paar Minuten. Im besten Falle singt der Große der Kleinen abends was vor und sie kommen morgens gemeinsam aus dem Zimmer.

    • Ute Vaut
      Ute Vaut sagt

      Eine süße Vorstellung, wie sie morgens gemeinsam aus dem Zimmer kommen 🙂 Passiert bei uns leider fast nie, einer schleicht sich fast immer vorher zu den Eltern. Und schleicht tatsächlich, so dass der andere es nicht merkt (denn wenn man zu zweit kommt, erhöhen sich die Chancen fortgeschickt zu werden, haben sie auch schon bemerkt, die lieben Kleinen … ) Aber ansonsten funktioniert bei uns das gemeinsame Kinderzimmer auch nach wie vor hervorragend. Sogar die Baby-Schwester hat jetzt noch ihr Bettchen hier für irgendwann nach Auszug aus dem elterlichen Schlafzimmer bekommen, dann wird es allerdings allmählich etwas eng 😉

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